Robin Robertson: Am Robbenkap

ELK_Robertson_24179_MR.inddAm Robbenkap 

In dem Titelgedicht „Am Robbenkap“ – John Burnside gewidmet – geht es unheimlich zu wie in einer alten Legende: Von einer Frau mit vier blinden Kindern ist die Rede, halb Menschen, halb Fische, die wie Ratten zwitscherten und eines Tages von ihrem betrunkenen Vater abgestochen wurden. Im Hintergrund dieser tief von der schottischen Landschaft geprägten Gedichte: das Meer und sein „vorwurfsvolles Zerren und Wogen“, eine unheimliche (und von Robertson unheimlich belassene) Natur und die Vergänglichkeit von Dingen und Menschen. Der Dichter Jan Wagner hat für die Verse dieses bedeutenden, in Schottland geborenen Lyrikers wunderbare deutsche Entsprechungen gefunden.

Robin Robertson, 1955 in Scone im Nordosten Schottlands geboren, lebt als Lyriker und Verleger in London. Er hat bislang vier Gedichtbände veröffentlicht, für die er u. a. mit dem E. M. Forster Award ausgezeichnet wurde. Am 14. November 2013 war er im forum:autoren beim Literaturfest München zu Gast.

Comments (1)

  1. Heike

    Robin Robertson in sonorer Dylan Thomas Manier seine beeindruckenden Gedichte lesen zu hören, war schon eins der Highlights auf dem Literaturfest 2013. Und als er dann noch erzählte, dass er als junger Mann Roadie bei einer Band namens Clash – What? THE Clash?? Yes indeed. – war, hat er mich endgültig gewonnen. „Am Robbenkap“ habe ich im Aufzug am Goetheplatz ausgewildert. Dort taucht es nun ab zwischen Sperrengeschoss und Bahnsteig und ich bin gespannt, wo es als nächstes auftauchen wird.

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