Ingo Schulze: Unsere schönen neuen Kleider

HB_Schulze_24091_MR.inddUnsere schönen neuen Kleider

Mitten ins politikverdrossene Schweigen hinein meldet sich Ingo Schulze zu Wort und ruft zum Widerstand auf gegen die fortschreitende soziale Polarisierung, gegen die Bedrohung unserer Demokratie.

»Aber er hat ja gar nichts an!«, ruft das Kind im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern und spricht damit aus, was alle Menschen sehen, doch nicht zu äußern wagen, aus Angst, für »unverzeihlich dumm« gehalten zu werden. Diese Parabel auf die Bereitschaft des einzelnen Menschen wie einer ganzen Gesellschaft zum Selbstbetrug stellt Ingo Schulze seiner großen Dresdner Rede voran. Wie nur wenige Schriftsteller und Intellektuelle bezieht Ingo Schulze jenseits der Talkrunden als politischer Mensch öffentlich Position. In seiner so faktenreichen wie poetischen Analyse des Status quo benennt er die Ursachen von Demokratieverlust, sozialer Polarisierung und Ungerechtigkeit. Er zeigt, dass es notwendig ist, sich selbst wieder ernst zu nehmen, die Dinge beim Namen zu nennen, die Vereinzelung zu überwinden und die Welt als veränderbar zu begreifen.

Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren, studierte klassische Philologie in Jena und arbeitete in Altenburg als Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur. Seit 1993 lebt er in Berlin. Seine Bücher wurden vielfach ausgezeichnet und in mehr als 30 Sprachen übersetzt.

Am 7. November 2013 diskutierte er im forum:autoren beim Literaturfest München über „Spielräume der Literatur“.

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Comments (1)

  1. katrin

    Ganz einfache, alte Fragen, die Ingo Schulze an unsere Gesellschaft stellt. Ein Buch, das Lust zum (mit)Denken macht.
    k.

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