„Siamo scrittori“ – Ingeborg Bachmann und Max Frisch

22. November 2013 | By | Add a Comment

Wie mutig! – Einer Liebe nachzuspüren, von der kein einziges Foto existiert und deren wichtigste Quellen noch im Bachmann-Nachlass unter Verschluss sind. Ingeborg Gleichauf weiß aus bisherigen Arbeiten natürlich enorm viel über die beiden. Dennoch, sie riskiert, dass vieles ganz anders rauskommt, sobald die Familie der „Literatur-Diva“ endlich die Schatzkiste öffnet und deren Briefe veröffentlicht. Gleichaufs Buch „Eine Liebe zwischen Intimität und Öffentlichkeit“ scheint weniger die Skizze der Beziehung zu sein, die der Titel verheißt. Eher gleicht es einer Feinzeichnung der beiden Literaturgrößen während der gemeinsamen vier Jahre in Rom ab 1960. „Die Bachmann“ gibt die perfekte Diva mit Schuh-Tick im Café Greco, liebt und kennt Rom, taucht in die Geschichte ein, will aber nicht, dass die Beziehung zu Frisch öffentlich wird. Er sucht das Land, kann nicht arbeiten, wenn sie da ist, spielt mit der neuen Rolle als Begleiter und kleidet sich sogar mondän. Amüsant und bühnenreif klang die Szene, als die selbstbewusste Bachmann mit großen Augen „Siamo scrittori!“ betont, um sich bei einer Maklerin eine luxuriöse Wohnung in Rom zu sichern. Wäre heute wohl eher ein K.O.-Kriterium.

 

Andrea Schmölzer betreut mit ihrer Agentur peak pr in Starnberg unter anderem das Literaturhotel Die Wasnerin im österreichischen Ausseerland

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